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Athletischer Sportverein 1902 Sangerhausen e. V.
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Argumentation Kampfbahn Friesenstadion

Erstmalig soll ein Fußballstadion in Sachsen-Anhalt so umgebaut werden, dass es nicht nur zu Fußballspielen durch den Wettkampfsport, sondern täglich durch viele Zielgruppen genutzt werden kann. Außerdem ist zu bedenken, dass die Stadt Sangerhausen die einzige Kreisstadt in Sachsen-Anhalt ist, die keine moderne und normgerechte Kampfbahn vorweisen kann, obwohl die Bedarfslage im Leichtathletiksport, dem Volks- und Freizeitsport, sowie dem Behinderten- und Gesundheitssport dies erfordern.
Das Mittelzentrum Sangerhausen hat gemäß dem Gesetz über den Landesentwicklungsplan des Landes Sachsen- Anhalt (LEP-LSA) vom 23. August 1999, zuletzt geändert am 15.08.2005, und der daraus resultierenden zentralörtlichen Einstufung Versorgungsfunktionen für die Bevölkerung des gesamten Verflechtungsbereich mit über 150.000 Einwohner/innen wahrzunehmen. Dazu sind auch alle Maßnahmen geeignet, die der Sicherung und Entwicklung von gehobenen Einrichtungen im sozialen und kulturellen Bereich dienen.
 
Nutzungsschwerpunkte Sportpark Friesenstadion:
 
1. Freizeitsport- und Spielaktivitäten

(Spiel- und Bewegungsgelegenheiten für alle Bevölkerungsgruppen (Familien, Ältere, Frauen, Kinder- und Jugendliche) ohne Bindung an Sportrichtlinien und wettkampfsportorientierten Baunormen).
 
2. Richtlinienbestimmter Wettkampfsport
(Schwerpunkte Leichtathletik und Fußball)
 
3. Gesundheitssport und Fitness
(Präventive, therapeutische und rehabilitative Trainings-/ Beratungs-/Kursangebote).
 
4. Touristisch orientierter Freizeitsport
(Schwerpunkt Wandern auf Fahrrädern und/oder Skaterrollen).
 
5. Behindertensport
(Schwerpunkt Rollstuhlsport )
 
Nach Sanierung der Kampfbahn und Leichtathletikanlage sollen diese verstärkt, wie bereits in den vergangenen Jahren, für Schulsportfeste, „Jugend trainiert für Olympia, Sportfeste der Polizei und Betrieben genutzt werden.
Bedarf wurde bereits von Schulen, Vereinen und Betrieben angemeldet, um nach der Sanierung der Sportanlage diese wieder für größere sportliche Veranstaltungen (Wettkämpfe) nutzen zu können. Überregionale Aufmerksamkeit erlangte auch die Mini-WM 2010 im Friesenstadion bei der 32 Nachwuchsmannschaften die Fußball-WM in Südafrika ausspielten. Hier trat jedes Team in den Trikots der jeweiligen Nationalmannschaft laut Originalspielplan an. Spanien wurde übrigens kein Weltmeister.
Das Friesenstadion wird bereits vermehrt durch KiTa´s und Grundschulen zur Durchführung von Turnieren oder Schulwettkämpfen genutzt. Die Schulen aus dem Stadtgebiet hätten zukünftig wieder die Möglichkeit auf der Kampfbahn sowie dem gesamten Friesenstadion den regulären Schulsport durch zu führen.
Dies war in der Vergangenheit schon der Fall, konnte aber beispielsweise aufgrund der gegeben Unfallgefahr nicht mehr genutzt werden. Die jetzige Laufbahn weist Absenkungen und Einbrüche auf und verfügt über kein Drainagesystem. Bei starkem Regen steht das Wasser tagelang auf der Bahn, was die Nutzung ausschließt. Auf der Bahn herrscht starker Unkrautbewuchs, der ständig durch das Personal bekämpft werden muss. Diese Instandhaltungskosten, die durch Ausbesserungs- und Markierungsarbeiten noch ansteigen, würden bei einer wartungsarmen Kampfbahn nicht anfallen. Allen Bevölkerungsschichten stehen dann einwandfreie Bedingungen zur Verfügung.
Zum jetzigen Zeitpunkt werden, aufgrund der schlechten und nicht mehr wettkampfgerechten Sportanlage im Friesenstadion, die Schüler und Sportler nach Rottleberode (36 km von Sangerhausen entfernt) gefahren, da dort die einzige wettkampfgerechte und sichere Anlage vorhanden ist.
Es kommt somit für die Schulen und Vereine der Stadt Sangerhausen zu erheblichen Kosteneinsparungen, da die Fahrkosten wegfallen und man sich zentral in der Kreisstadt sportlich betätigen kann.
 
 
Das Friesenstadion wird durch den VfB 1906 Sangerhausen genutzt, dessen 1. Männermannschaft seit 2002 in der höchsten Fußball-Spielklasse des Landes Sachsen-Anhalt, der Verbandsliga spielt. 2007 wurde der Landesmeistertitel errungen.
Die Teilnahme am Spielbetrieb in der Oberliga des NOFV setzte einen Umbau des Friesenstadion voraus. Hier wurde ein Gästeblock für 2500 Zuschauer und ein modernes Sozialgebäude mit Umkleidekabinen, Sanitärbereich und Multifunktionsraum errichtet. Seit diesem Umbau fanden die Landespokalfinalspiele der Frauen und Männer in Sangerhausen statt.
Die A-Jugend, B-Jugend und C-Jugend des Vereins spielen ebenfalls in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt. Die weiteren Mädchen- und Jungenmannschaften spielen in den für ihr Alter höchsten Spielklassen. Die Nachwuchsabteilung umfasst ca. 200 Mitglieder, die alle im Friesenstadion trainieren. Außerdem befindet sich im Friesenstadion ein DFB-Nachwuchsstützpunkt.
 
Die Leichtathletikabteilung des Athletischen Sportvereins Sangerhausen  (ASV) trainiert mit ca. 70 Nachwuchssportlern in 3 Altersklassen auf der alten Aschenbahn im Friesenstadion.
Seit 2008 ist diese Abteilung Leistungsstützpunkt des Landesverbands. Mehr als 40 Titel konnten bislang bei Landes-, Bezirks-, Norddeutschen und Mitteldeutschen Meisterschaften errungen werden. Beispielhaft zu nennen ist die Nachwuchsathletin Jennifer Kunze, die 2010 einen überragenden Sieg im Finale „Deutschland sucht den Supersprinter im Berliner Olympiastadion erringen konnte.
Die Abteilung Gehen des ASV kann im Seniorenbereich Weltmeister-, Europameister- und Deutsche Meistertitel vorweisen.
Auf der Aschenbahn aus den 1950er Jahren ist weder ein effektives und modernes Training noch ein Wettkampf möglich, sodass diese Sportler auf andere Sportstätten ausweichen müssen oder auch Trainingsdefizite entstehen.
Weitsprung-, Kugelstoß- und Hochsprunganlage sind im Grunde nicht mehr nach aktuellen Anforderungen nutzbar.
Weitere Nutzer im Sportkomplex Friesenstadion sind Kegelvereine, der Boxclub Sangerhausen der Lauftreff des ASV für Aktive und Jedermann und die Abteilungen Badminton, Nordic Walking, Volleyball, Kickboxen und Freizeitfußball des VfB Sangerhausen. Ein Beachvolleyballfeld, auf dem auch Beachsoccer gespielt werden kann, ist im Friesenstadion vorhanden und steht allen aktiven Sportlern, aber auch externen Personen zum Sporttreiben jederzeit, zu den Öffnungszeiten des Stadions, zur Verfügung.
Bei durchschnittlich 3 Nutzungen des aktiven Vereinssportlers  pro Woche, sowie durchschnittlich 2 Nutzungen des Freizeitsportlers pro Woche entstehen immerhin fast 2000 Nutzungen wöchentlich. Dabei sind Sportfeste und Sonderveranstaltungen, sowie der Schulsport ebenso wie der Nutzungszuwachs durch die verbesserten Rahmenbedingungen noch nicht  berücksichtigt.
 
Die Stadt Sangerhausen profiliert sich seit einiger Zeit mit der Kampagne „Sport bewegt Sangerhausen und versucht ihre Attraktivität und Wahrnehmung auch durch sportliche Großveranstaltungen zu verbessern. Beispielhaft sind hier die Deutschen Meisterschaften im Straßenradrennen 2010 oder die Deutschen Meisterschaften im Bankdrücken 2010.

Die zentrale Zielperspektive ist die stufenweise Umgestaltung der bisher primär wettkampfsportorientierten Stadionanlage in eine für alle Bevölkerungsgruppen nutzbare Sport- und Freizeitanlage mit Stadtparkcharakter.
Das unmittelbar an die Stadionanlage angrenzende Wohngebiet und Friedhofsgelände erfordert in besonderem Maße ein sozial- und umweltverträgliches Gesamtkonzept, mit dem gleichzeitig eine städtebauliche Aufwertung des gesamten Stadtteils erreicht wird. Sinn der zunächst szenarischen und detailoffenen Konzeptdarstellung ist die Idee,
den Blick zu öffnen für eine engere Verbindung bekannter, traditioneller Sportnutzungen
mit innovativen, u. a. freizeit- und gesundheitsorientierten Raum- bzw. Erlebnisangeboten. Beispielsweise ist in diesem Jahr das Friesenstadion ein zentraler Punkt der Sangerhäuser Jugendwandertage.
Unter der Vorraussetzung einer normgerechten Wettkampfstätte sind  internationalen Jugendleichtathletikwettkämpfe genauso denkbar wir Freundschaftswettkämpfe mit den Partnerstädten Baunatal, Zabrze und Trnava. Dahingehende Interessenlagen bestehen bereits und werden nach der Realisierung der Kampfbahnsanierung den Sportkalender bereichern.
 
Aspekte, die den Umbau des Stadions als eine Anpassungsmaßnahme an den demografischen Wandel erforderlich machen
 
Für die Kreisstadt Sangerhausen einschließlich ihrer 14 Ortschaften erarbeitete die Stadt Sangerhausen mit Unterstützung der Peter Wehr Consulting GmbH / Essen und unter Mitfinanzierung des Sozialministeriums des Landes Sachsen-Anhalt 2009 eine Sportentwicklungsplanung.
Modellhaft auch für andere Kommunen wurden in diesem Zusammenhang die Auswirkungen der demographische Entwicklung der Bevölkerung bis zum Jahr 2020 im Zusammenhang mit einem veränderten Sport –und Bewegungsverhalten analysiert.
Hier übernahm die Stadt Sangerhausen eine Vorreiterrolle, was die zukünftige Sportförderung unter demographischen Gesichtspunkten betrifft.
Konkret wurde für die Stadt Sangerhausen in einer vertiefenden Untersuchung der Sportstandort „ Friesenstadion in seiner gegenwärtigen Struktur mit den Anforderungen eines zukunftsorientierten, demographiefesten Breitensports durch die Planungsgruppe  Koch / Oldenburg intensiv betrachtet.
Für die Stadt Sangerhausen wurde der Arbeitstitel der Studie zum Programm. Das bisher primär wettkampfsportorientierte Friesenstadion soll künftig in mehreren Teilschritten zu einer nutzbaren Sport – und Freizeitanlage für
alle Bevölkerungsgruppen entwickelt werden.
Ziel ist es, sowohl Kindern und Jugendliche, schulsportliche Möglichkeiten als auch den Freizeit–, Breiten- und Behindertensport nachhaltig zu fördern. Da dieser zunehmend durch ältere Zielgruppen besetzt sein wird, hat die Öffnung und Nutzung der Stadionanlage auch durch Ältere eine besondere Priorität.
Die Asphaltbahn am äußeren Rand der Kampfbahn wird Inlineskatern, Rollschuhfahrern, Nordic- Bladern (Sommer- Skilanglauf) und Rollstuhlsportlern adäquate Bewegungsmöglichkeiten bieten.
Weiterhin angedacht ist die Intensivierung der Nutzung durch touristisch orientierten Freizeitsport von Einzelurlaubern, bis hin zu Vereinsfahrten, die dann optimale Bedingungen zum Sporttreiben im Sportpark vorfinden. Mehrtägige Trainingslager für verschiedene Sportarten sind ebenso wie das kurzzeitige Verweilen von Wander- und Radtouristen möglich. Mit dem Harzrundweg, dem Harzvorlandweg und der Salzstraße führen immerhin 3 überregionale Radwege durch Sangerhausen.
 
Die Sanierung der Kampfbahn und Erweiterung um eine Asphaltbahn ist hier lediglich Modul 1 der zukunftssicheren Umgestaltung des Gesamtkomplexes.
Die zentrale Lage des Stadions in Sangerhausen am Rande des Stadtkerns sichert allen Bevölkerungsgruppen eine bestmögliche Erreichbarkeit.
Das Friesenstadion befindet sich im Eigentum der Stadt und wird mittels Bewirtschaftungsvertrag vom VfB 1906 Sangerhausen e.V. betrieben. Dadurch ist die Finanzierung der sachlichen und personellen Folgekosten gesichert.
Das Stadion ist auch jetzt schon täglich von 7:00 – 22:00 personell besetzt. Die Überwachung des Komplexes ist dadurch sichergestellt. Viele weitere Nutzungsmöglichkeiten sind angedacht. Angefangen von einer beleuchteten Finnenbahn, einer den Bewegungsapparat schonenden Naturboden-Rundlaufstrecke, bis hin zu einem so genannten „Ort der Mitte als Rückzugs- und Verweilmöglichkeit für Familien. Alle weiteren Ideen enthält die umfangreiche Entwicklungsstufe „Friesenstadion – Sportpark Sangerhausen